Jilata's Geschichte bevor sie in Hydlaa ankam

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[Ich habe festgestellt dass es die Namen Bronan und Tenna schon als erstellte Charakter gibt. Also heißen jetzt Bronan = Blend und Tenna = Tedlin ]

Jilata wollte ihren Kopf leer bekommen. Noch vor wenigen Stunden sah die Welt gut aus. Na Gut, so gut sie eben aussehen kann, wenn man von daheim weg läuft um seinem Liebsten zu folgen. Endlich hatte sie ihn eingeholt gehabt. Und wie sie dann vor ihm stand, dreckig von der Reise, aber glücklich ihn gefunden zu haben, stieß er sie davon.

Sie rannte. Rannte einfach davon. Wohin wusste sie nicht. Sie stolperte, holte sich Schrammen durch Äste und Dornen und blaue Flecken von den Steinen auf die sie fiel. Aber das war ihr egal. Sie wollte nur weg. Einfach nur weg von dem Ort.

Sie war sich so sicher gewesen, dass er genauso fühlte wie sie. Es war vielleicht ein halbes Zirkel her, dass sie ihn zum ersten Mal gesehen hatte. Er war einfach da gewesen in ihrem Haus, als sie heim gekommen war. Saß da am Tisch und aß, als ob er dort wohnen würde. Sie erfuhr später, dass ihr Vater ihn gefunden, seine Wunden gepflegt und dann heim gebrachte hatte. Er war dageblieben und half im Dorf aus. Die anfängliche Aufregung über jemanden neues, legte sich schnell, als er nie über seine Vergangenheit sprach. Die Zeit verging und sie lernten sich immer besser kennen. Er hatte die Aufgabe übernommen Jilata ausfindig zu machen, wenn sie abhaute. Sie wurden enge Freunde und sie zeigte ihm alle ihre Lieblingsorte. Sie gingen auch zusammen auf das Dorffest. Sie erinnerte sich wieder wie unruhig er da schon gewesen war. Genauer genommen wurde er schon eine Woche davor unruhig. Aber er blieb und ging mit ihr zum Fest. Am nächsten Morgen war er dann weg. Sie suchte in der Umgebung nach ihm erfolglos. Also packte sie kurz entschlossen etwas zu Essen und ein paar andere Sachen die ihr sinnvoll erschienen ein und folgte ihm.

Irgendwann blieb sie stehen. Außer Atem rang sie nach Luft. Die Wut war verraucht. Es blieb nur eine Leere in ihr übrig. Sie ging weiter, folgte dem Bach auf den sie gestoßen war. Schließlich war sie zu müde um weiter zu gehen und rollte sich am Fuße eines Baumes zusammen. Als sie vom Regen anfing durchnässt zu werden, stand sie wieder auf und ging weiter. Immer weiter dem Bach entlang. Nicht wissend in welche Himmelsrichtung sie ging. Es war ihr egal. Sie hatte aufgehört zu denken, als sie dem Bach folgte. Nicht daran denken, was passiert war, sich nicht erinnern. Der Regen hörte auf, aber sie merkte es nicht. Es tropfte immer noch von den Bäumen und die Büsche waren immer noch voller Wasser, die sie wie kleine Regenschauer weiter durchnässten. Sie zitterte vor Kälte, spürte sie aber nicht. Merkte nicht einmal, dass sie zitterte. Genauer genommen spürte sie gar nichts. Nicht den nagenden Hunger oder den dumpfen Schmerz der Schrammen und blauen Flecken. Jilata folgte weiter dem Lauf des Baches. Es gab eigentlich keinen Grund wieso sie ihm folgte. Vielleicht weil er sie führte. Weil sie dabei nicht denken musste wohin sie ging. Sie konnte ihm einfach nur folgen. Und das tat sie auch. Sie wich nicht von dessen Seite, sondern kroch lieber durch Dickichte. Sie kroch und ging immer weiter. Getrieben von ihrem Überlebensinstinkt, der ihr sagte, dass es keine gute Idee wäre jetzt eine Pause zu machen. Als ob dieser ahnen würde, dass sie dann nicht wieder aufstehen würde. Sie stolperte über eine Wurzel. Mal wieder. Aus ihrem Gleichgewicht gebracht fiel sie in ein Gebüsch. Dort blieb sie einfach liegen. Sie hatte keine Kraft mehr weiter zu gehen, wieder aufzustehen.

Der Kopf eines Dermorian flog herum und sah misstrauisch in die Richtung in die er ein knacken gehört hatte. Auch die beiden Ylian wendeten sich dem Geräusch zu, wenn sie es auch eher ahnten als gehört hatten und sich auf die guten Ohren ihres Gefährten verließen. „Das war kein Tier“, murmelte der Dermorian und ging in die Richtung des Geräusches. Vorsichtig, um möglichst kein Geräusch zu machen. Seine Gefährten folgten ihm. Nach einer Weile blieb er stehen und machte den anderen ein Zeichen sich hier umzusehen, ob sie irgendetwas Verdächtiges finden könnten. Sie nickten leicht und verschwanden im Unterholz. Lelleniel mochte es mit den Brüdern zusammen zu arbeiten. Sie führten ihre Anweisungen immer schnell und geschickt aus. Das war einer der Gründe, warum er wenn möglich sie auf Spährunden mitnahm. Und es brachte auch etwas Gutes. Sie brauchten kaum noch Worte um miteinander zu kommunizieren. Er lächelte leicht und drang selbst ins Unterholz ein. Aufmerksam hielt er nach Spuren Ausschau, die irgendetwas verraten könnten. Aber er sah nichts Ungewöhnliches. Plötzlich drang ein leises Schnalzen an sein Ohr. Einer der beiden Brüder schien was gefunden zu haben. Er bewegte sich auf das Geräusch zu, weiter nach möglichen Feinden Ausschau haltend. Es schien keine Falle zu sein. Das leise gluckern eines Baches drang an seine Ohren. Schon bevor er sie erreicht hatte. Sie waren aufgeregt. Er sah es den beiden ihren Blicken an. Sie versuchten mit ihren Augen das Dickicht des Waldes um ihnen herum zu durchdringen. Blend lächelte ihm zu als er ihn sah und deutete auf ein Gebüsch. Also hatte er den Fund gemacht. Lelleniel nickte ihm zu und trat an das Gebüsch um rein zu sehen. Er hatte Mühe seine Überraschung zu verbergen. Da drinnen lag ein Enkidukai. Von den Fellmarkierungen her ein Akkaio. Er lächelte zufrieden und stieß den Enki mit dem Fuß an. Keine Reaktion. Er runzelte die Stirn und trat nochmal zu. Dieses Mal fester. Es kam eine leichtes Zucken als Antwort. Also lebte dieser Enki noch. Er trat zurück und bedeutete dem jüngeren der beiden Brüder ihren Fund mit zu nehmen. Er wandte sich ab und ging langsam einem schmalen Wildpfad folgend voraus. Hinter sich hörte er ein leisen, überraschten Laut. Lelleniel ignorierte diesen. Er würde noch früh genug erfahren, was Tedlin so überrascht hatte. Jetzt mussten sie erst einmal hier verschwinden. Er führte sie über verschiedene Wildpfade in einen lichteren Bereich des Waldes. Dort verließ er diese und ging über Umwege zu einer Lichtung. Ein Bach floss durch diese, staute sich zu einem kleinen Teich, bevor er weiter floss. War das der selbe Bach an dem wir den Enkidukai gefunden hatten, fragte sich Lelleniel. Sie mussten dann vorsichtiger sein. Als er hörte, dass die anderen ihn eingeholt hatten, ging er auf die drei kleinen Hütten zu. Es waren einfache Hütten. Nur aus Holz, schief und schon mehrmals repariert. Hierher waren die Jäger Zirkel für Zirkel immer wieder hergekommen, wenn die Jagdsaison begann. Dass war früher. Bevor die Fehde begonnen hatte. Lelleniel wurde traurig als er daran dachte. Das waren schöne Zeiten gewesen. Knapp dreißig Zirkel dauert die Fehde schon. Es weiß keiner mehr genau wie es begonnen hatte. Dass einzige was sicher war, war dass es mit dieser Blutsfehde kein Ende geben würde, bevor nicht einer der Gruppen aufgab oder vernichtet war. Und aufgeben würde keiner. Nicht mehr. Sie erreichten die Hütten und wurden an einer Tür von einer Nolthridirfrau empfangen. „Wo sind die anderen?“, begrüßte Lelleniel sie. Sie verbeugte sich respektvoll. „Jagen.“ Lelleniel nickte und trat ein. Blend und Tedlin traten mit ihrer Beute ein. Die Nolthridirfrau betrachtete den Enki in Tedlin's Armen und stieß einen überraschten Schrei aus. Auf Lelleniel's strengen Blick hin sagte sie bloß: „Das ist ein Mädchen.“ Tedlin lies die Fenki ziemlich unsanft auf eines der Felle fallen, die den Boden bedeckten. Lelleniel trat neben Tedlin und betrachtete sie. Zerrissene, dreckige Kleidung, die mal eine einfache Hose und Hemd gewesen waren. Jetzt waren ihre Farben nicht mehr definierbar. Dreck und Blut machten es unmöglich. Sie war klein. Wie alt konnte er nicht sagen. Aber sie hatte schon die Grenze zum Erwachsen sein erreicht. Wie hatte er vorhin die weiblichen Formen übersehen können? Überall am Körper trug sie Schrammen. Waren sie jetzt so verzweifelt, dass sie schon Mädchen benutzten und so zurichteten? Die Wunden sahen natürlich aus. Aber selbst da gab es Möglichkeiten diese künstlich zu erschaffen. Er wandte sich ab. „Fesselt sie.“ Dann zog er sich einen Stuhl vor das Feuer, zog seine Stiefel aus, stellte sie zum trocknen hin und streckte seine nassen Füße zum aufwärmen.

Mit der Wärme, die langsam ihr nasses Fell trocknete, kam auch der Überlebenswille zurück. Jilata regte sich ein bisschen. Aber etwas verhinderte ihre Bewegungen. Sie knurrte leise, unwillig, da man ihr ihre Freiheit genommen hatte und öffnete ihre Augen. Sie befand sich in einem unbekannten Raum. Dieser war einfach eingerichtet. Ein paar Felle stellten eine Schlafstelle dar. Ein Tisch, mit ein paar Holzstühlen davor. Zwei Ylian saßen am Tisch und blickten sie nicht gerade freundlich an. Sie hatten Ähnlichkeit miteinander. Wahrscheinlich waren es Brüder. Sie sah weiter. Vor dem Feuer saß ein Dermorian. Er drehte seinen Kopf und starrte sie an. Traurig und gleichzeitig hasserfüllt. Sie wäre besser dran gewesen, wenn sie sich noch alleine im Wald befunden hätte. Sie stöhnte leise, als dieser Gedanke die Erinnerung weckte warum sie überhaupt im Wald gewesen war. Es war egal, dass sie jetzt hier war. Im Haus voller Fremden, die sie hasserfüllt anschauten. Vergessen. Warum konnte sie einfach nicht vergessen? Sie schloss die Augen und driftete langsam wieder in den Schlaf. Vergessen. Sie wollte doch einfach nur vergessen.

Lelleniel seufzte leise als die Fenki wieder einschlief. Er wandte den Blick wieder dem Feuer zu. Er hatte bedenken gehabt. Aber diese gleichgültigen, toten Augen. Er kannte sie nur zu gut. Sein Gesicht verhärtete sich. So hatten Nejale's Augen ausgesehen, als er ihr im Kampf plötzlich gegenüber stand. Er dachte sie wäre tot gewesen. Verbrannt in der Hütte in der sie gewohnt hatten. Er hatte sie dann in dem Getümmel wieder aus den Augen verloren. Und als er sie dann fand, war sie schwer verletzt gewesen. Zu schwer um sie noch retten zu können. Selbst da erkannte er sie nicht mehr. Sie hatte noch ein Messer raus gezogen und geschafft ihm eine Wunde am Bein zu zu fügen. Er schüttelte den Kopf um die Vergangenheit wieder zu vergessen und sich auf die Gegenwart zu konzentrieren.

Die Tür ging auf und ein Nolthridir trat ein, einen Arm um die Frau von vorhin gelegt, in der anderen Hand trug er einen Bogen. Hinter ihm trat ein weiterer Ylian ein. In der einen Hand trug auch er einen Bogen. In dem anderen trug er einen Beutel, der wohl die heutige Beute beinhaltete. Er legte den Beutel auf den Tisch. Dann stellte er sich vor die Fenki und starrte sie eine Weile an. Die Frau öffnete den Beutel, während ihr Freund sich an den Tisch setzte und nahm Fleischstücke raus, die sie gekonnt zerkleinerte. Lelleniel nickte zufrieden. Er mochte Clacker Fleisch. Der Ylian wandte sich ab und zog sich einen Stuhl neben Lelleniel. Er rutschte ein bisschen zur Seite um ihm ein bisschen Platz zu machen. Der hinzugekommene deutete auf die Akkaio. „Eure Beute?“ Lelleniel nickte. „Sie hat die selben Augen wie Nejale“, fügte er leise hinzu. Geschockt schloss Zalka die Augen. „Sie war keine von uns. Also wieso?“ Der Elf seufzte leise. „Ich weiß nicht. Wer auch immer sie ist. Wir müssen versuchen von ihr ein paar Informationen zu bekommen. Es kann so nicht weiter gehen...“ Sie starrten ins Feuer. Langsam breitete sich der Duft von gebratenem Fleisch im Haus aus. Als das Fleisch auf den Tisch gestellt wurde, standen sie beide auf und setzten sich samt Stuhl an den Tisch.

Dunkelheit. Vergessen. Gleichgültigkeit. Ein stechender Schmerz in der Seite weckte sie. Es waren mehr geworden seit sie wach gewesen war. Neben dem Dermorian stand jetzt noch ein Ylian. „Wer bist du?“, der Ylian hatte gesprochen. Dumpf und unklar kamen die Worte bei ihr im Gehirn an. Wer war sie? Sie dachte über den Satz nach und vergaß ihn dann wieder. Es war nicht wichtig. Gar nichts war wichtig. „Wer. Bist. Du?“, wieder sprach der Ylian. Diesmal langsamer. Sie sah ihn nur müde an. Unfähig nochmal über den selben Satz nach zu denken. Der Ylian schüttelte den Kopf. „So bekommen wir nichts aus ihr raus. Nicht ohne Gewalt an zu wenden. Und wahrscheinlich würde sogar das nicht helfen.“ Jilata schloss wieder ihre Augen. „Wir benötigen einen Magier. Wer reitet sofort los?“ Der Nolthridir stand auf und hob eine Hand. „Gut.“ Lelleniel gab ihm leise Anweisungen. Als er fertig war, nickte der andere und verließ die Hütte.

Lelleniel zwang ihr Brühe in den Mund. Hielt ihre Nase und Mund zu und zwang sie so zum schlucken. Das Fell um ihren Mund war bereits von ähnlichen Fütterungsaktionen verklebt. Es sind ein paar Tage vergangen seit sie sie gefunden hatten. Er stellte die leere Schüssel auf den Tisch und seufzte leise. Dann trat er raus in die Sonne und setzte sich neben Zalka ins Gras. „Sie macht dich traurig, alter Freund.“ Der Elf nickte. „Sie ist nicht wie die anderen.“ Er schüttelte den Kopf. „Sie ist nicht von der Gewalt besessen.“ Er spürte eine Hand auf seiner Schulter. Schwer und beruhigend. Sie waren schon lange Freunde. Und Lelleniel war froh noch immer einen Freund zu haben, der ihm geblieben ist und nicht tot wie so viele andere Gefährten. „Vielleicht hat sie dann noch eine Chance“, sagte dieser sanft. Sie saßen da und ließen sich von der Sonne wärmen. Hofften, dass diese die dunklen Wolken in ihren Gedanken vertrieb.

Leises trappeln von zwei Rivnaks riss sie aus ihren Gedanken. Sie standen auf und sahen in die Richtung des Geräusches. Blend hatte Wache und er hatte keine Feinde gemeldet. Also war das der erwartete Magier. Es tauchten tatsächlich zwei Reiter auf. Lelleniel kniff die Augen zusammen und versuchte was zu erkennen. Der Nolthridir, Newalech, ritt voraus. Ihm folgte eine Gestalt in Roben. Er nickte zufrieden. „Jetzt werden wir sehen, ob sie noch eine Chance hat“, murmelte er. Dann hob er die Stimme ein bisschen. „Tedlin!“ Die Tür einer anderen Hütte öffnete sich und der Gerufene trat raus. Er sah kurz zu Lelleniel und folgte dann dessen Blick. Die beiden erreichten die Hütten und Tedlin hielt ihre Rivnaks fest während sie abstiegen. Dann führte er die beiden Tiere in den Stall. Newalech nickte Lelleniel und Zalka zu, bevor er in die Hütte ging. Er sah müde aus. Der Magier trat zu ihnen. Er war in einem Umhang gehüllt. Lelleniel schloss kurz die Augen. Sie hatte Pech gehabt. Von allen Magiern aus ihrer Gruppe, hatte sie den erwischt, der sich wahrscheinlich am wenigsten darum kümmern würde was aus ihr wird. Er mochte ihn nicht. Arrogant und respektlos war er. Aber sie hatten keine Wahl. „Sie ist da drin oder?“ Zalka nickte leicht und der Magier öffnete die Tür und ging in die Hütte. Sie folgten ihm und der Elf sah aus den Augenwinkel noch wie Tedlin vom Stall kam. Der Magier hatte sich vor die Fenki gekniet. „Ich brauch sie wach.“ Lelleniel setzte sich auf einen Stuhl während Zalka zu ihr ging und sie mit dem Fuß anstieß.

Jilata öffnete die Augen. Sie wusste, was dieser Stoß bedeutete. Wenn sie nicht da drauf reagierte, würden sie nur noch fester zu treten. Also war es besser die Augen gleich zu öffnen. Es war wieder jemand neues da. Er sagte etwas. Daraufhin wurde sie gepackt und an die Wand gesetzt. Der Neue setzte sich direkt vor sie und sah ihr in die Augen. Seine Augen schienen rot zu schimmern.

Menora drang in ihr Gehirn rein. Was er fand ließ in stutzig machen. Es war Dunkel und Neblig. Er versuchte Griff zu fassen, Kontrolle über ihre Gedanken zu übernehmen. Aber da war nichts, woran er Halt finden konnte. Er sah sich genau um. War der Nebel an einer Stelle nicht dichter als überall sonst? Er verglich nochmal. Es schien tatsächlich der Fall zu sein. Also ging er auf den dichteren Nebel zu. Was mochte er verbergen? Als der Nebel so dicht war, dass er kaum seine Hand mehr sehen konnte, sah er einen Schatten. Er stolperte eher dadrüber. Menora beugte sich und erkannte den Schatten als die Fenki. Sie war zu einem schützenden Ball zusammen gerollt. Er stieß sie mit dem Fuß an. Keine Reaktion. Ärgerlich runzelte er die Stirn und trat nochmal zu. Wieder keine Reaktion. So kam er nicht weiter. Er könnte zwar hier Gewalt anwenden, aber Menora hielt es nicht für eine gute Idee. Er wollte schließlich nicht die Informationen zerstören die sie eventuell hatte. Er zog sich wieder aus ihren Gedanken zurück.
Lelleniel beobachtete den Magier. Es geschah eine Weile nichts sichtbares. Dann regte sich dieser plötzlich. Helle, schmale Finger wurden sichtbar, als Menora seinen Arm nach der Enkidukai ausstreckte. Er verhakte einen Finger in den kleinen goldenen Ohrring an ihrem rechten Ohr und riss ruckartig dran. Lelleniel sprang auf. „Was sollte das Menora?“, brüllte er. Hinten im Zimmer regte sich Newalech, der von dem Lärm geweckt wurde. Der Magier drehte sich nicht mal zu dem Elf um. Er strich lediglich den Ohrring von seinem Finger. „Ich musste sie irgendwie wecken“, antwortete er arrogant. Blut quoll aus der frischen Wunde und tropfte auf die Enkidukai. Ihre Augen waren vor Schmerz geweitet. „Stopp die Blutung. Das ist ja widerlich. Aber heil bloß nicht die Wunde.“ Lelleniel grollte, streckte die leicht leuchtende Hand aus um den Befehl aus zu führen. Dann hob er den Ohrring auf, ein Stück vom Ohr hing noch dran. Er setzte sich wieder auf den Stuhl.

Schmerz weckte sie. Es war anderer Schmerz als der vor dem sie versucht hatte zu fliehen. Es war körperlicher Schmerz. Sie spürte etwas auf ihre Schulter tropfen. Warm. Der Elf kam zu ihr und streckte eine leuchtende Hand nach ihr aus. Das tropfen hörte auf, aber der Schmerz blieb. Sie winselte leise. Er setzte sich wieder hin. Warum hatte er die Wunde nicht vollständig geheilt? Warum hatte sie überhaupt eine Wunde? „Endlich wach?“, fragte eine kalte Stimme. Sie zuckte zusammen. Die Stimme war klar gewesen. Sie nahm etwas fremdes in ihrem Gehirn wahr und sah sich um. Da stand eine Gestalt in Roben verhüllt mit leuchtenden roten Augen. Jilata zuckte instinktiv zurück. „Was willst du?“ Die Gestalt kam näher. „Deine Erinnerungen.“ Er streckte die Hand aus. Bleich und geisterhaft. Die Erinnerungen überfluteten sie. Sie erlebte wieder wie sie ihn endlich gefunden hatte. Wie er sie darauf hin abwies und wie sie davon rannte. Letzteres immer mehr verschwommen und kaum wahrnehmbar. „Er ist der Grund warum du jetzt so bist. Er hat dich zu dem gemacht wie du jetzt bist“, flüsterte eine leise Stimme im Hintergrund. Die Gestalt des Mannes, den sie geliebt hatte, tauchte vor ihren Augen auf. „Genau er ist es. Er ist Schuld an deiner Situation“, flüsterte die Stimme weiter. Wut verdrängte ihren Schmerz. Wut darüber, dass er sie zu dem gemacht hatte, was sie jetzt war.

Lelleniel bemerkte die Veränderungen die bei dem Mädchen vorgingen. Erst war es ein leises Grollen gewesen. Das Leblose wich aus ihren Augen, verdrängt von Wut. Er war nicht glücklich darüber. Sie riss an ihren Fesseln. Menora wich von ihr zurück. „Sie wird uns führen“, sagte er kalt. Lelleniel starrte ihn wütend an. Der Magier zuckte nur mit den Schultern. „Das ist die einzige Möglichkeit. Sie wird wissen wo sie lang muss. Die Erinnerungen waren zu verschwommen.“ Lelleniel seufzte leise und schloss die Hand fest um den Ohrring. „Wir gehen morgen früh los.“
Lelleniel war froh als die Nacht vorbei war. Er war ein paar Mal wach gewesen und wenn er dann zu der Gefangenen hin geschaut hatte, waren ihre Augen offen gewesen. Er hatte das typische Leuchten der Katzenaugen sehen können. Sie hatte es am Abend irgendwann aufgegeben gehabt sich gegen die Fesseln zu wehren und nur noch wütend zur Tür gestarrt. Er hörte leises Rascheln, als Tedlin und Blend aufstanden. Die Enkidukai war noch wach. Das war gut, so konnten sie nämlich bald aufbrechen. Die Brüder streckten und gähnten sich gleichzeitig, was Lelleniel ein leichtes Lächeln entlockte. Das war einer der Gründe wieso sie sich gut eigneten um auf Spähgänge zu gehen. Sie machten alles in einer Harmonie und Gleichklang, dass man keine Angst haben musste, dass sie sich jemals im Weg wären. Jeder nahm sich einen Beutel mit Wegnahrung und die Brüder griffen zusätzlich noch nach einem Köcher mit Pfeilen und einem Bogen. Lelleniel trat zu der Akkaio. „Wir bringen dich dort hin wo wir dich aufgelesen haben. Dort werden wir deine Fesseln lösen. Verstanden?“ Sie nickte kurz. „Gut.Und jetzt tritt mich bloß nicht wenn deine Füße frei mache.“ Er bückte sich und schnitt den Knoten durch. Rappelte sich auf und ging sofort auf die Tür zu, die inzwischen offen stand. Lelleniel folgte ihr und schloss diese leise. Dann ging er voraus. Hinter ihm folgte Jilata und ihr die beiden Ylian, sie und die Gegend nicht aus den Augen lassend.

Bild von LigH

Du meine Güte...

Da tun sich ja Abgründe auf... kein Wunder, dass sie immer so viel Abstand hält.


Wwwooottt

Die Story ist ja mal der absolute Hammer. Respekt Jilata. Und wie LigH schon sagte. da tun sich ware Abgründe auf.


Bild von Jilata

Weiter gehts...

„Was hast du da?“ Erschrocken schloss der Clamod Menki seine Finger um den Stein. Ein anderer legte seinen Kopf auf dessen Schulter und versuchte einen Blick auf den Stein zu erhaschen. „Was willst du, Celch?“, knurrte der erste. Celch grinste verschmitzt und versuchte ihn zu umarmen. Dieser fuhr hoch und starrte ihn wütend an. Celch lachte. „Du bist immer noch genauso leicht zu ärgern wie früher.“ Plötzlich hörte er auf und runzelte die Stirn. Ein leises knurren drang aus seiner Kehle. Er sprang über den liegenden Baumstamm und fuhr dem Menki mit einem Dolch an die Kehle. Dieser packte blitzschnell seinen Arm und stoppte den Dolch ein paar Zentimeter vor seinem Fell. Die Ohren von beiden waren angelegt. Sie starrten sich wütend an. „Hört sofort auf ihr zwei!“ Sie erstarrten, traten dann auseinander und Celch lies den Doch wieder verschwinden. „Was sollte das?“ Ein Sarraghi Menki trat zu ihnen. „Er ist ein Verräter“, knurrte Celch. „Wie kommst du da drauf?“ fragte der Sarraghi scharf. „Der Geruch!“ Celch deutete auf den anderen Clamod. „Es ist zwar nur schwach, aber ich habe den selben Geruch im Westen wahrgenommen. Die Spur führte in die Richtung in der wir die anderen vermuten.“ Dessen Augen weiteten sich und er ließ sich auf den Boden fallen. „Nein. Das darf nicht wahr sein. Sie hätte wieder heim zu ihren Eltern gehen sollen“, flüsterte er verzweifelt. „Ich wollte doch nicht, dass sie in diese Geschichte verwickelt wird.“ Er verbarg sein Gesicht hinter seinen Händen. „Wer ist sie?“ Die Stimme gehörte dem Sarraghi. „Jilata. Eine Akkaio die ich kennen gelernt hatte während ich weg war.“ Celch ballte seine seine Fäuste so fest zusammen, dass seine Fingernägel in die Handinnenflächen schnitten. „Und sie hat dich hier gefunden.“ Der Sarraghi seufzte leicht. „Jetzt haben wir ein Prob-“ Er unterbrach sich selbst. „Sie ist nur bis hierher gekommen?“ Der Clamod nickte leicht. „Dann könnte das vielleicht gehen.“ Die beiden Clamod sahen ihn verwirrt an. „Ich geh mal davon aus, dass die anderen sie gefunden haben. Sie werden alles mögliche daran setzten uns zu finden. Wenn also die Akkaio sie her führt, können wir sie hier überraschen.“ Der Menki sprang auf. „Jilata würde sie niemals hier her führen“, knurrte er. Der Sarraghi verengte seine Augen. „Niemals? Genauso wie sie nach Hause zurück kehren würde?“ Der andere setzte zum Sprung an, überlegte sich es dann doch anders und knurrte den Sarraghi nur mit gebleckten Zähnen an. Dieser schüttelte nur bedauernd den Kopf. „Vergiss nicht, dass es genug Möglichkeiten gibt um etwas zu erfahren, auch ohne Zustimmung der Person.“

Sie hielten vor einem Gebüsch nahe eines Baches. Jilata wusste nicht wo sie war, genauso wenig wie sie wusste wohin sie gehen musste. Es war eher ein Gefühl, dass sie in die Richtung blicken lies, aus der sie gekommen war. Sie ließ die Ohren spielen um die Umgebung genau wahr zu nehmen. Der Dermorian trat zu ihr hin und seine Hand auf ihrer Schulter ließ sie zu ihm blicken. „Ich bind dich jetzt los“, sagte er leise. „Hier hatten wir dich gefunden.“ Sie nickte. Warum war sie überhaupt gefesselt gewesen? Sie spürte wie die Fesseln von ihren Handgelenken fielen und rieb diese. Jetzt nachdem sie befreit waren, drang ein dumpfer Schmerz in ihr Bewusstsein. „Du kannst jetzt gehen.“ Seine Stimme hatte ein bisschen traurig geklungen. Warum trauerte er um sie? Sie waren doch Fremde. Sie zuckte innerlich mit den Schultern und wandte sich der Gegenwart zu. Sie musste ihn finden. Und dann wird er dafür zahlen, für das was er ihr angetan hatte.

Lelleniel, Blend und Tedlin folgten ihr. Wenn ihnen das Gebüsch zu eng wurde, durch das Jilata kroch, so suchten sie einen Weg drumherum. Manchmal blieb sie ohne erkennbaren Grund still stehen. Und dann konnte man lediglich an ihren zuckenden Ohren und leicht pendelnden Schwanz erkennen, dass sie noch lebte. Es fing an zu dämmern und sie gingen immer noch weiter. Als es ganz dunkel war, blieb Jilata stehen. Ohne ein Wort zu sagen, rollte sie sich am Fuße eines Baumes ein. Die drei anderen machten schnell aus wer wann Wache hielt. Dann suchten sie sich eine halbwegs trockene Stelle, aßen von ihrem Proviant und legten sich auch schlafen.

Celch hatte schlechte Laune. Sie lagen jetzt schon seit ein paar Tagen auf der Lauer und es hatte sich immer noch nichts gerührt. Ihm passte das nicht. Er jagte lieber. Das herum sitzen und warten auf Beute war definitiv nicht sein Ding. Er prüfte den Wind. Der kam von Nord-Osten. Gut. Wenn die Akkaio tatsächlich jemanden führte, würden sie nicht vom Wind verraten werden. Er hörte leichtes Rauschen und unterdrückte einen Seufzer. Regen. Grundsätzlich hatte er nichts dagegen. Vor allem nicht, wenn er sich auf Jagd befand, da dann die Beute ihn noch schlechter wahrnehmen konnte als sonst auch. Jetzt allerdings fühlte er sich wie die Beute, deren Sinne durch den lauter werdenden Regen gedämpft werden.


Bild von Jilata

Es begann zu Regnen. Erst war

Es begann zu Regnen. Erst war es ein leichtes nieseln, das kaum durch das Blätterdach kam. Aber mit der Zeit wurde es stetiger, so dass aus dem Nieseln ein Regenschauer wurde. Lelleniel achtete stärker auf die Umgebung. Seine Ohren waren jetzt nutzlos. Jilata blieb wieder stehen. Der Elf kontrollierte die Gegend weiterhin. Aus dem Augenwinkel sah er wie ein Zittern durch ihren Körper lief. Er wandte seine Aufmerksamkeit ihr zu. Ihre Ohren legten sich vollständig an ihren Kopf und ein leichtes Grollen drang aus ihrer Kehle. Sie hatte ihren Kopf nach links gedreht und starrte auf ein Gebüsch. Dann passierten mehrere Sachen auf einmal. Sie wurde von bläulichen Strahl getroffen, der sie gegen einen Baum schleuderte, an dessen Fuß sie regungslos liegen blieb. Aus zwei Richtungen flogen Pfeile heran. Durch Überraschung kurz gelähmt, streifte der eine Lelleniels Arm und hinterließ einen roten Kratzer. Tedlin hatte nicht schnell genug reagiert und so traf ihn der Pfeil in der rechten Schulter. Er ließ den Bogen fallen, der jetzt natürlich nutzlos war und drang mit gezogenem Säbel in das Gebüsch ein, aus der der Pfeil gekommen war. Lelleniel kämpfte sich zu dem Magier vor, darauf vertrauend, dass sich Blend um den letzten Angreifer kümmern würde.

Celch grinste leicht, als der verletzte Ylian auf ihn zu kam. Der würde ihm keine großen Schwierigkeiten bereiten. Und dann könnte er sich um dieses Mädchen kümmern, dass die anderen her geführt hatte. Er spannte seinen Bogen, zielte auf den Ylian und schoss. Dieser drehte den Oberkörper und ließ den Pfeil an sich vorbei zischen. Celch schnalzte ungehalten mit der Zunge. Jetzt war der Ylian zu nah um noch einen Vorteil zu haben, wenn er den Bogen benutze. Er warf den Bogen zur Seite und sprang auf den Ylian mit gezogenen Dolchen zu.

Schmerzen waren das erste was Jilata spürte. Stechende Schmerzen vor allem im Kopf. Sie wimmerte leise. Nach und nach drangen Geräusche in ihr Bewusstsein. Waffenlärm, Äste knacken. Ihre Augenlider öffneten sich flatternd. Die Gegend war ihr unbekannt. Wo war sie? Sie sah sich im liegen um. Es war keiner in ihrer direkten Nähe. Sie stand auf und musste sich gleich an dem Baum festhalten, neben dem sie gelegen hatte. Sie wartete bis sich das Schwindelgefühl gelegt hatte. Sie machte zwei Schritte weg vom Baum, bevor sie wieder stehen blieb. Sie hob ihren Kopf ein bisschen und versuchte die Witterung, die der Wind ihr zu trug, zu identifizieren. Blut war das erste was sie erkannte. Der Geruch von Fremden, nicht Enkidukai und der Geruch von nassem Fell waren das nächste. Und in diesem Gemisch roch sie ihn. Warum war er hier? Oder, wieso war sie hier? Sie rieb sich den Kopf und versuchte sich zu erinnern. Die Schmerzen im Kopf wurden stärker und entlockten ihr wieder ein wimmern. Ein lautes Knacken in ihrer Nähe zog ihre Aufmerksamkeit auf sich. Ein Ylian stolperte rückwärts aus dem Gebüsch, aus mehreren Wunden blutend. Er kam ihr leicht bekannt vor. Irgendwo hatte sie ihn schon einmal gesehen. Nur wo? Als sie sah, wer ihm folgte, stieß sie einen leisen Schrei aus. Der Clamod sah sie kurz erschrocken an und versuchte zwischen sie und den Ylian zu springen. Dieser hatte ebenso schnell reagiert und warf einen Dolch in ihre Richtung. Der Blick des Menkis ging erstaunt an sich herunter und sah einen Dolch in seiner Brust stecken, wo sich sein Herz befand. "Das ist also meine Strafe...", murmelte er, während er auf den Boden sank. Jilata sprang zu seiner Seite und nahm vorsichtig seinen Kopf in ihre Hände. Er blickte sie mit langsam trüb werdenden Augen an. Zwei Tränen rannten ihm über das Gesicht. "Es tut mir Leid, Kleines. Es tut mir so Leid.." Der letzte Lebensfunke entwich ihm und Jilata schloss sanft seine Augenlider. Tränen liefen ihr über das Gesicht und tropften auf den sich langsam auflösenden Menki. Sie blickte zu dem unbeteiligt zusehenden Ylian. Die Tränen ließen immer noch ihre Sicht verschwimmen als sie mit zu Klauen geformten Händen und gefletschten Zähnen auf ihn zusprang. Er wich ihr leichtfüßig aus verpasste ihr einen Schlag auf den Kopf, der sie wieder ihre Sinne verlieren lies.

Blend versicherte sich kurz, dass sie wirklich wieder ihre Besinnung verloren hatte. Dabei fluchte er innerlich über den Elf, der nicht wollte, dass ihr ein Leid geschah. Lelleniel wurde zu weich. Es würde sicher nicht mehr lange dauern, bis er in den Ruhestand gehen musste. Blend hatte Respekt vor dem Elf. Er war nicht mehr der Jüngste und hatte trotzdem noch die schärfsten Sinne in ihrem Trio. Seine elfische Abstammung mochte ihm zwar helfen, aber trotzdem hatte er die beste Wahrnehmung von allen die er kannte. Außerdem hatte er durch all die Jahre eine Weisheit, denen die Brüder nichts entgegen setzen konnten. Blend wandte sich von der Enkidukai ab und machte sich auf der Suche nach seinem Bruder. Dieser war in nicht wirklich besseren Zustand als er selbst. Lelleniel war auch da und hielt einen Clamod Menki durch magische Fesseln gefangen. Der Elf sah von allen so aus als ob er am wenigsten abbekommen hatte. Blend stöhnte leicht, als ihm bewusst wurde, was ihnen bevorstand. Sie würden den Menki tragen müssen. Lelleniel sah in fragend an und er nicke kurz in die Richtung aus der er gekommen war. „Ich musste sie bewusstlos schlagen.“ Der Elf legte den Kopf schief und wartete auf eine Erklärung. „Sie griff mich an nachdem ich einen anderen Clamod Menki getötet hatte.“ Die Augen des gefesselten Enkiduai öffneten sich und starrten ihn hasserfüllt an. Lelleniel nickte leicht. „Kümmert ihr zwei euch um ihn. Ich glaube nicht, dass er euch viel Ärger machen dürfte mit seinen Wunden.“ Er machte einen paar Schritte in die Richtung aus der Blend gekommen war, bevor er sich nochmal umdrehte. „Zeig mir kurz noch deine Wunden.“

Sanfte Arme trugen sie. Jilata war noch immer durchnässt, aber die Wärme die durch die Kleidung und ihr Fell zu ihr drang machte es erträglicher. Ihr tat immer noch der Kopf weh, aber die Schmerzen hatten nachgelassen. Sie öffnete ihre Augen nicht, sondern legte lediglich ihren Kopf in eine angenehmere Position und schlief wieder ein.

Lelleniel lenkte sein Rivnak aus den Wald. Er hielt die Akkaio vor sich auf dem Sattel fest. Sie hatte jetzt fast drei Tage durch geschlafen. Er machte sich keine Sorgen um sie. Sie schlief einen tiefen Schlaf der Erholung. Nach all der Ereignisse brauchte sie ihn. Er hoffte bloß, dass er bald jemanden fand, der sich um sie kümmern würde. Er wollte ihr die Chance auf ein normales Leben geben. Als er die Straße erreichte, gab er seinem Rivnak die Sporen und jagte diese entlang.

Ein Aufwerfen des Rivnaks ließ die Diaboli ihre Umgebung genauer betrachten. Die beiden Söldner, ein Ynnwnn und ein Kra beobachteten aufmerksam die Straße hinter ihnen, jederzeit bereit zu kämpfen. Sie lenkte den Wagen zur Seite und hielt an. Aus der kleinen Mulde kam jetzt ein Reiter hervor, der durch durch das kleine Tal kurz verborgen gewesen war. Telena runzelte die Stirn. Der Reiter musste es ziemlich eilig haben, dass er sein Rivnak so hetzte. Wider erwarten, wurde dieser langsamer und hielt in einem respektvollem Abstand. Sie betrachtete den Reiter. Sie hatte nicht um sonst zwei so große Söldner ausgesucht. Sie flößten jedem Respekt ein. Aber bei diesem Dermorian war sie sich da nicht so sicher. Aus seinen Augen sprach keine Angst oder Unsicherheit. Er hatte die beiden lediglich einer kurzen Musterung unterzogen, bevor er seine Aufmerksamkeit ihr zu wandte. Er beugte den Kopf. „Ich grüße Euch, Händlerin.“ Telena verließ den Kutschbock und stellte sich daneben. „Ich grüße Euch auch, Fremder. Benötigt ihr was von mir?“ Sie machte eine Handbewegung zu ihrem Wagen. „Ich hätte feine Stoffe und gute Felle anzubieten.“ Der Elf schüttelte den Kopf. „Danke, aber ich benötige nichts. Ich hätte viel mehr eine Bitte an Euch.“ Die Diaboli hob eine Augenbraue und sah sich den Reiter genau an. Dieses Mal bemerkte sie die Pfoten und die Schwanzspitze die aus dem Bündel vor dem Dermorian raus sahen. Sie schüttelte leicht den Kopf. „Ich kaufe keine Sklaven.“ Wut leuchtete in den Augen des Fremden auf, aber seine Stimme klang beherrscht. „Sie ist kein Sklave. Ich möchte bloß dass ihr Euch um sie kümmert.“ Sie verschränkte die Arme. „Und ihr glaubt, dass ich ein gemeinnütziges Unternehmen betreibe, dass sich um arme Wesen kümmert?“, spottete sie. Der Dermorian senkte den Kopf. „Nein, dass hatte ich nicht geglaubt...“ Schmerz zeigte sich auf seinem Gesicht ab. „Ich würde mich ja um sie selbst kümmern, aber es geht nicht. Sie muss hier weg.“ Telena seufzte leicht. „Was könnte für mich dabei heraus springen, dafür dass ich mich um die Enkidukai kümmere?“ Er sah sie hoffnungsvoll an. „Wie wäre es mit einer Abmachung? Hier in der Nähe gibt es ein verstecktes Jägerdorf. Ich werde sie dort anweisen, wenn Ihr das nächste mal in der Gegend befindet, die Felle zu einem Euch entgegenkommenden Preis zu verkaufen.“ Sie dachte ein bisschen nach, dann nickte sie. „Wer gibt mir dieses Versprechen?“ Sie trat näher zu dem Elf. „Lelleniel, der Jäger. Sie werden diesen Namen kennen. Welchen Namen soll ich ihnen nennen?“ Sie streckte ihre Arme ihm entgegen. „Telena, Händlerin für Stoffe und Felle.“ Er reichte ihr das Stoffbündel mit der Enkidukai runter. Sie öffnete dieses vorsichtig und blickte kurz hinein. „Wie heißt sie?“ Der Elf sah wieder traurig aus. „Ich weiß es nicht. Wir haben sie...“ Er überlegte rasch. „Gefunden. Sie ist in etwas rein geraten, in dass sie nicht verwickelt werden sollte.“ Sie sah ihn neugierig an und nickte lediglich, als sie sah, dass er nicht weiter ins Detail gehen würde. „Sie wird entweder für ihre Unterkunft arbeiten oder sie wird verschwinden. Mehr kann ich nicht versprechen.“ Lelleniel nickte. „Ich danke Euch.“ Er verbeugte sich respektvoll bevor er sein Rivnak wendete und wieder davon jagte. Teleniel beobachtete wie er wieder im dem Tal verschwand. Dann legte sie die Enkidukai in den Wagen auf die Felle, bevor sie sich wieder auf den Kutschbock setzte und ihr Rivnak mit einem Schnalzen antrieb.


Bild von Jilata

Ein unsanftes Schütteln

Ein unsanftes Schütteln weckte sie. "Wach auf Mädchen." Jilata richtete sich auf und rieb ihre Augen. Dann sah sie sich um. Sie war in einem Wagen. Im hinteren Ende waren Stoffe aufgeschichtet, während sie auf ein paar Fellen saß. Sie richtete ihre Aufmerksamkeit der Person zu, die sie geweckt hatte. So weit sie es erkennen konnte, das Licht das durch die einzige Öffnung am Ende des Wagens rein drang blendete sie, handelte es sich um eine Diaboli. "Gut, du bist wach. Steh auf, es gibt Arbeit zu tun." Sie verließ den Wagen und Jilata kletterte hinterher. Kaum war sie draußen angekommen, wurde ihr gleich ein Kessel in die Hand gedrückt. "Geh Wasser holen." Sie folgte der Richtung in die gewiesen wurde und fand sich tatsächlich nach einer kurzen Strecke vor einen Bach wieder, der durch den ganzen Regen recht viel Wasser führte. Als sie zum Bach runter kletterte, rutschte sie aus und schlitterte den Abhang hinunter ins Wasser. Hustend tauchte sie wieder auf und schüttelte sich. Der restliche Schlaf war vom kalten Wasser weg gespült worden. Jilata füllte den Kessel, den sie immer noch festhielt und kletterte wieder nach oben. Dabei verschüttete sie einen Teil des Wassers, was ihr nichts ausmachte, da sie sowieso schon nass war. Sie schleppte den Rest, manchmal stolpernd, zurück zum Wagen. Dort stellte den Kessel neben sich ab. Die Diaboli, die sie vorhin geweckt hatte, zündete gerade ein Feuer an. Jilata ließ den Blick schweifen und sah ein Stück weiter entfernt einen Ynnwn einen Coamti zerlegen. Ein Kran tauchte hinter dem Wagen auf und ließ sie erschrocken einen Schritt zurück treten. Der Kran lächelte entschuldigend und ging in die Knie um auf einer Höhe mit ihr zu sein. "Kannst du mir das Wasser bringen? Legg braucht etwas zu trinken", seine Stimme war, anders als sie es erwartet hatte, angenehm mit einer gewissen Rauheit. Sie nickte und griff nach dem Henkel von dem Kessel. Kra stand wieder auf und winkte ihr kra zu folgen. Sie bog um die Ecke und stand vor einem Rivnak. Es streckte ihr die Nase entgegen und schnaubte. Kra drückte diese wieder vom Kessel weg. "So nicht, Leggie. Du kennst die Regeln." Der Kran nahm ihr den Kessel aus der Hand und goss Wasser in einen Eimer vor dem Rivnak. Sie warteten bis wieder seinen Kopf hob. Der Eimer war nur noch halb voll. Wasser tropfte aus dem Maul als es sich dem Gras neben dem Wagen zu wandte. Der Kran füllte den Eimer wieder auf, bevor kra ihr den Kessel wiedergab. Dieser hatte nur noch ein viertel seines Inhaltes. „Bring den zu Telena ans Feuer, ja?“Jilata nickte und trug ihn wie aufgetragen zum Feuer. Die Diaboli war mit dem Feuer beschäftigt und schenkte ihr nur einen kurzen Blick als sie das Wasser abstellte. „Hilf Nekorr mit unserem Essen.“ Sie ging gehorsam zu dem Ynnwn. Er starrte sie kurz misstrauisch an, was sie wieder ein paar Schritte zurück gehen lies. Dort blieb sie stehen und sah zu, wie er mit einem Messer das Tier weiter zerlegte. Nach ein paar Minuten blickte er wieder auf. „Verschwinde. Du nervst“, grollte er. Jilata stolperte rückwärts und fiel hin. Schnell rappelte sie sich wieder auf und ging auf den Kran zu. Auf halber Strecke blieb sie stehen, unsicher, was sie jetzt machen sollte. Sie sah sich nach den Fremden um. Der Kran war immer noch mit dem Rivnak beschäftigt, die Diaboli mit dem Feuer und der Ynnwn zerlegte das Coamti. Sie sah wie ein Stückchen Fleisch in seinem Mund verschwand und drehte sich weg. Der frische Wind, der mit der stärker werdenden Dämmerung aufkam, lies sie zittern. Sie rieb sich die Arme, was nicht viel brachte, hörte wieder damit auf und rollte sich stattdessen auf dem Boden zusammen. Wer waren die drei? Warum war sie hier? Wie war sie hier her gekommen? Sie war ihrer Liebe gefolgt und abgewiesen worden, Schmerz durchflutete ihren Körper bei dieser Erinnerung. Das wusste sie noch. Aber was war dann geschehen? Jilata versuchte sich zu erinnern. Es war als ob etwas sie daran zu hindern versuchte. Wenn sie den Punkt erreichte, an dem sie Abgewiesen wurde, stand sie vor einer dicken, zäh aussehenden Nebelwand. Sie streckte die Hand vorsichtig nach dieser aus. Jedoch bevor sie diese berührte, riss sie ihre Hand wieder ruckartig zurück. Sie massierte mit der Linken die Fingerspitzen, die dem Nebel nahe gekommen waren. Diese fingen an zu kribbeln als das Gefühl in sie zurückkehrte. Was auch immer dieser Nebel war, es war besser wenn sie ihm nicht zu nahe kam. Sie spürte, dass wenn sie es wagen würde diesen zu betreten, dann nicht mehr umdrehen konnte. Dass sie dann dem, was auch immer der Nebel verbarg, hilflos ausgeliefert sein würde.


Bild von Jilata

Endlich wieder Zug gefahren um weiter zu schreiben ;)

Jilata blieb auf dem Boden liegen. Sie ließ ihre Augen geschlossen und versuchte in der leichten Brise etwas bekanntes zu bestimmen. Aber da war nichts. Sie befand sich auf einem anderen Level als auf dem sie geboren und aufgewachsen war. Sie würde gerne wieder Zuhause sein. Das warme und beschützte Zuhause, dass sie immer gekannt hatte. Sie ahnte, dass sie da nicht mehr zurück kehren konnte. Nicht jetzt und vielleicht würde sie es auch nie. Sie würde schon gerne heim, aber es gab mehrere Gründe warum sie nicht konnte. Der Geruch und die raue Stimme des Ynnwn unterbrachen ihre Gedanken. „Mach dich nützlich Mädchen.“ Sie rappelte sich auf. Es war inzwischen fast ganz dunkel, aber der Schein des Lagerfeuers erhellte den Platz ein bisschen. „Hol das restliche Fleisch. Und wehe es fehlt nachher was.“ Jilata drehte sich kurz um sich selbst um sich wieder zu orientieren. Dann ging sie auf einen schattenhaften Haufen den sie entdeckt hatte. Der Haufen war größer als sie es erwartet hatte. Genau genommen waren es zwei Fleischhaufen. Auf zwei Panzerplatten von dem Coamti verteilt. Sie hob die erste Platte vielleicht einen Fingerbreit hoch, bevor sie diese wieder fallen lies. Das war zu schwer. Zu schwer um bis zum Feuer zu balancieren. Wenn sie etwas auf dem Boden landete würde sie sicher Ärger bekommen. Sie runzelte die Stirn und sah sich das Problem an. „Heh, beeil dich das Fleisch her zu bringen. Wir wollen noch heute was essen.“ Das kam von Telena und Jilata drehte sich zu der Stimme um, blickte dann zu dem Fleischhaufen und wieder zurück zum Feuer. Sie dachte ein bisschen nach und betrachtete den Boden noch einmal genau. Der war nicht allzu uneben. Es konnte also klappen. Sie bückte sich und zog vorsichtig an der Platte. Der Fleischhaufen wackelte gefährlich, als sich das ganze mit einem Ruck in Bewegung setzte. Jilata hielt kurz inne, aber es fiel nichts runter. Dieses mal zog sie vorsichtiger, bereit die eingesetzte Kraft anzupassen, wenn sich das ganze in Bewegung setzte. Der Haufen wackelte wieder, aber weniger stark. Rückwärts krabbelnd zog sie so den ersten Haufen zum Feuer. Als sie die Wärme davon auf ihrem Rücken spürte, hörte sie auf und ging zu dem anderen Stapel. Genauso konzentriert zog sie den zweiten Haufen zum Feuer. Sie bekam keine neue Anweisung, also legte sie sich müde neben dem Feuer hin und schlief ein.

Telena hatte interessiert beobachtet wie die Enkidukai das Problem mit den zu schweren Fleischhaufen löste. Sie schien nicht ganz dumm zu sein. Das war von Vorteil. Das Wasser in dem Kessel kochte inzwischen und sie griff nach dem Fleisch und warf die Stücke rein. Genauso wanderten ein paar klein geschnittene Kartoffel und etwas Salz in den Kessel. Sie runzelte die Stirn als sie die verbleibende Salzmenge sah. Sie mussten dringend wieder welches besorgen. Gewürze und Gemüse fand man genug Unterwegs wenn man sich damit aus kannte. Auch wenn dann die Auswahl etwas zu Wünschen übrig lies. Mit Salz war das nicht so einfach. Sie seufzte leicht und packte den Beutel mit den anderen Gewürzbeuteln wieder in den Wagen. Die Diaboli griff nach einem großen Löffel und rührte damit den Eintopf um. Sie warf die restlichen Fleischstücke hinzu und sah zu wie das ganze köchelte. Telena nickte zufrieden und schnitt ein paar Karotten in Scheiben, die sie vorhin gewaschen hatte. Sie stand nochmal auf und rührte den Eintopf um, die Schüssel mit den Karotten in ihrer linken Hand. Sie hielt kurz inne, entleerte den Inhalt der Schüssel in den Kessel und mischte das ganze. Als die Karotten unter gerührt waren, sah sie sich kurz um. Nekorr hatte begonnen ein Messer zu schleifen. Die Enkidukai lag recht nah am Feuer und schlief friedlich und Kneg hatte anscheinend die Reste von den Rüben genommen und war wahrscheinlich dabei sie Legg zu verfüttern. Diese tiefe Zuneigung des Kran's zu dem Rivnak überraschte sie immer. Obwohl sie schon mehrere Zyklen mit den beiden unterwegs war. Telena ging zu dem schlafenden Mädchen und maß diese mit ihren Augen ab. Ein Glück, dass sie so klein und schmal war. Sie ging zum Wagen und suchte nach einem bestimmten Stoff. Vergraben in der hintersten Ecke wurde sie fündig. Sie erinnerte sich nicht gerne an diesen Stoffkauf. Sie hatte ihn billig erhalten, aber dementsprechend war auch die Qualität. Der Stoff selbst war eigentlich gar nicht so schlecht. Aber die Farbe war unregelmäßig und stellenweise sehr bleich. Sie seufzte. Sie handelte mit guter Ware. Also konnte sie den Stoff nicht verkaufen ohne ihren Ruf zu verlieren. Nach all den Zyklen die sie jetzt schon Händlerin war, dürfte ihr so etwas nicht mehr passieren. Die Umstände waren es gewesen die sie zu diesem Kauf veranlasst hatten. Jetzt war der Stoff wenigstens zu etwas nutze. Telena griff nach einem Beutel und ging wieder zum Feuer. Der Eintopf hatte inzwischen einen leckeren Geruch entwickelt, der ihr das Wasser im Mund zusammen laufen lies. Sie legte die mitgebrachten Sachen weit genug vom Feuer weg um es sicher zu wissen. Dann rührte sie den Eintopf um und schöpfte ein bisschen ab zum probieren. Sie lächelte zufrieden als sie probierte. Es könnte eigentlich noch mehr Salz vertragen, aber sie sollte lieber damit sparsamer umgehen. „Essen ist fertig.“, verkündete sie.

Jilata wurde von ihrem knurrenden Magen wach. Sie blinzelte verschlafen und schaffte es ihre Augen trotz der wohligen Wärme die das Feuer verbreitete halb zu öffnen. Der Duft von einem Eintopf ließ ihr das Wasser im Mund zusammen laufen. Ihr Magen knurrte wieder. Ein Schatten erschien in ihrem Blickfeld und sie drehte ihren Kopf um besser zu sehen. Es war die Diaboli. Sie beobachtete wie diese das Essen umrührte. Wie hatte der Kran sie noch einmal genannt? Sie runzelte die Stirn und dachte nach. Ihre Grübelei wurde unterbrochen. „Essen ist fertig.“ Sie richtete sich auf. Nekorr war schon aufgestanden und holte sich seine Portion. Telena hielt eine gefüllte Schüssel in ihre Richtung. „Beeil dich! Ich habe Hunger.“ Jilata stand schnell auf und nahm die Schüssel vorsichtig entgegen. Mit dem Essen in der Hand, ging sie langsam wieder an den Platz zurück, an dem sie geschlafen hatte und setzte sich dort hin. Sie stellte die Schüssel vor sich und lehnte sich darüber um daran zu riechen. Sie leckte sich ihre Lippen. Wahrscheinlich hätte sie alles essen können, was ihr vorgesetzt worden wäre, so hungrig war sie gerade. Sie tunkte ihren Finger rein und leckte diesen ab. Lecker. Sie machte das ein paar mal während sie darauf wartete, dass der Eintopf kühler wurde. Schließlich konnte sie nicht länger warten und fischte sich ein Stück Fleisch raus. Blitzschnell wanderte dieses in ihren Mund. Es war noch zu heiß und so kaute sie zwei Mal bevor sie runter schluckte. Derweil suchte sie sich das nächste Fleischstück aus, dass das selbe Schicksal erlitt wie sein Vorgänger. Nach dem Fleisch aß sie die Kartoffel und schließlich die Karotten, bevor sie das ganze mit der Brühe herunter spülte. Sie leckte die Schüssel noch aus um keinen Tropfen zu verschwenden. Dann erst wandte sie ihre Aufmerksamkeit wieder der Umgebung zu. Sie war zwar immer noch hungrig, aber der schlimmste war gestillt. Telena betrachtete sie leicht belustigt während sie aß. „Haben sie dich hungern lassen?“ Jilata legte ihren Kopf schief und wunderte sich worüber die Diaboli sprach. Sie schüttelte den Kopf und deutete mit der Schüssel auf den Kessel.


Bild von Jilata

Die Geschichte ist immer noch nicht fertig...

„Kann ich eine zweite Portion haben?“ Ihre Stimme war rau und kratzte in ihrem Hals als sie redete. Sie räusperte sich. „Du musst lauter reden wenn ich dich verstehen soll.“, sagte die Diaboli zwischen zwei bissen. Jilata wiederholte ihre Frage, dieses Mal lauter. „Ich glaube das möchte jeder.“ Sie leerte ihre Schüssel und stand auf. Jilata folgte ihr und hielt ihre Schüssel hin. Der Ynnwn stand auf der anderen Seite von Telena und wartete bis er an die Reihe kam. Telena füllte alle Schüsseln wieder und jeder begab sich an seinen Platz. Bei dieser Portion lies sich Jilata mehr Zeit. Sie leckte wieder die Schüssel sauber. Danach legte sie sich wieder hin und schief zufrieden ein.

Die Enkidukai hatte sich wie ein kleines Kind zusammen gerollt. Jung und verletzlich. Als ob sie sich vor der großen Welt mit all ihren Gefahren schützen wollte. Telena legte ihre eigene saubere Schüssel zur Seite und griff nach dem Stoff. Sie holte ihr Messer raus und deutete ein paar Linien an. Sie überdachte die verschiedenen Konstellationen, bis sie sich für eine entschied. Dann öffnete sie den Beutel, den sie vorhin geholt hatte und zog eine Schere raus. Mit dieser schnitt sie der geistig gezeichneten Linien. Sie griff wieder in den Beutel und suchte ein Nadelkissen raus. Mit den Nadeln verband sie die Stoffstücke, so dass diese ein langarmiges Hemd und eine lange Hose ergaben. Als sie damit fertig war, packte sie Schere und Nadelkissen weg, faltete die zusammengesteckten Stücke und brachte Alles zurück zum Wagen. Dann legte sie sich schlafen.

Jilata wachte mit einem niesen auf. Es kitzelte in ihrer Nase und sie musste noch einmal niesen. Das Feuer war nur noch ein kleiner Gluthaufen, der nicht mehr richtig wärmte. Telena und Nekorr schliefen noch. Der Kran kam gerade um den Wagen gebogen und betrachtete sie mit neugierigen Augen. Ihr Magen knurrte. Kneg lächelte und beugte sich kurz in den Wagen. Dann kam kra zu ihr und reichte ihr etwas. Es war ein Stück Brot. Sie nahm es dankbar und fing an auf dem schon etwas hart gewordenen Kanten zu kauen. Kra lächelte verschmitzt und legte einen Finger an kra's Mund. „Nicht verraten, ja?“ Sie nickte. Als langsam die Morgendämmerung herein brach, hatte sie das Brot bereits aufgegessen. Die anderen beiden wachten mit dem heller werdenden Licht auf. Kneg winkte ihr. Sie stand auf und folgte kra zum Wagen. Dort bückte kra sich, zog Holz unter dem Wagen hervor und drückte es ihr in die Arme. „Zum Feuer bringen und dann wieder kommen, ja?“ Sie drehte sich um und trug den Stapel zum Feuer. Sie ließ das Holz neben der Feuerstelle fallen und ging wieder zurück zum Kran um den Rest zu holen. Kneg hatte inzwischen alles Holz unter dem Wagen hervor gezogen. Kra gab ihr wieder einen Arm voll Holz. „Das kommt in den Wagen.“ Kra nahm das restliche Holz und winkte ihr zu Folgen. Vor dem Wagen legte kra dieses auf den Boden. „Kriech da rein und mach eine Stelle frei für das Holz, ja? Die Stoffe und Felle dürfen nicht dreckig werden.“ Jilata nickte und legte ihr Bündel zu dem anderen Haufen. Dann kletterte sie in den Wagen und sah sich um. Vorne am Rand lagen die Felle und weiter hinten schön gestapelt die Stoffrollen. An der Wand hingen Kochutensilien und alles mögliche an sonstigen nützlichen Sachen. Kneg steckte kra's Kopf in den Wageneingang und machte es noch dunkler als es sowieso schon drinnen war. „Ich glaub Telena hat einen großen Sack für das Holz. Such doch mal nach einem, ja?“ Sie nickte und war froh als kra den Kopf wieder aus dem Eingang nahm. Auf den Fellen war nichts, und auch bei dem Stoff sah es nicht so aus als ob sich dort der genannte Sack befinden würde. Sie stand auf und untersuchte die Beutel die an der Wand hingen. Ein paar rochen nach Kräutern und die schloss Jilata wieder sofort. Andere beinhalteten Kristalle. Augenscheinlich die Nahrung des Kra's. Sie öffnete nicht alle Beutel. Lediglich welche die ihr Interesse erweckten. Sie fand einen mit Büchern, den hängte sie schnell wieder zurück. Schließlich öffnete sie einen größeren, aber erstaunlich leichten Beutel. Aus diesem zog sie einen weiteren, leeren Beutel raus. Der bestand aus einem rauen, festen Stoff. Sie reichte den Beutel raus. „Der da?“ Kneg nahm ihr den Beutel ab. „Genau der. Komm her und halt den Beutel auf, ja?“ Sie legte alles wieder zurück und kam aus dem Wagen geklettert. Dann tat sie wie angewiesen und hielt diesen auf. Kra legte die Holzstücke rein und brach zu große erst einmal klein. Als kra fertig war, band kra den Beutel zu und hob ihn ohne Anstrengung in den Wagen. Danach gingen sie zusammen zu dem inzwischen wieder brennenden Feuer. „Es wird wieder Regen geben.“ Nekorr blickte kurz zum Himmel und nickte dem Kran zustimmend zu. Telena seufzte. „Wie ich diese Regentage hasse. Immer ist es kalt und nass.“ Sie blickte kurz zu Jilata. „Euch Enkidukai macht es ja nichts aus. Ihr habt ja ein Fell dass euch warm hält.“ Wie eine Antwort darauf musste Jilata niesen. „Werde bloß nicht krank. Ich kann das jetzt gar nicht gebrauchen.“ Sie schüttelte schnell den Kopf, musste aber noch einmal niesen. Telena sah sie besorgt an. „Ich weiß jemand, der die Wagenfahrt unter den warmen Fellen verbringen darf.“ Sie rührte den Eintopf um. „Ich glaub das ist warm. Also her mit den Schüsseln wer ein Frühstück will.“ Sowohl Nekorr, als auch Jilata griffen sich ihre Schüssel vom Vortag und holten sich eine Portion. Telena nahm sich auch und sah den Rest an. „Es ist für jeden noch eine zweite Portion da.“ Sie setzten sich hin. Kneg stand wieder auf und ging zu dem Rivnak.